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Book
Realtime Management - Fünf Fallstudien
(2003)
  • Hubert Oesterle
  • Enrico Senger
Abstract

Echtzeitmanagement bedeutet Management auf Basis der aktuellsten Informationen. So bildet ein Automobilgrosshändler die logistische Kette vom Ersatzteilhersteller über das Zentrallager und das Regionallager bis zur Kraftfahrzeugwerkstätte komplett und aktuell auf seinem System ab und löst damit eine Handelsstufe auf. Ein Hersteller von Kosmetika wartet nicht mehr auf die Bestellungen des Einzelhändlers, sondern liefert auf Basis von Lager-beständen, Abverkaufszahlen und Absatzprognosen seiner Kunden. Und ein Hersteller von Fensterhebern macht die Ausschreibungen an seine Zulieferanten diesen und allen involvierten Abteilungen des eigenen Hauses ohne Zeitverzug elektronisch verfügbar, so dass manuelle Erfassungsschritte wegfallen und der Einkaufsprozess drastisch verkürzt wird.Die erste Welle des Business Process Redesign betraf die innerbetrieblichen Prozesse. Administrations-systeme wie SAP R/3 waren die Auslöser. Über sie können alle wichtigen Aktivitäten der internen Prozesse auf die gleichen, aktuellen Daten zurückgreifen. Angesichts der enormen Investitionen in Systeme und Prozesse stellen Geschäftsverantwortliche immer wieder die Frage nach dem Nutzen derartiger integrierter Systeme. Einfache Antworten darauf mit klarem Bezug von Kosten zu Nutzen sind schwer. Manchmal hilft nur die Gegen-frage, wie wohl ein Prozess und ein Unternehmen ohne die Echtzeitsysteme liefen. Immerhin führten in den letzten Jahren Ökonomen die aussergewöhnlichen Produktivitätsfortschritte seit dem Ende der achtziger Jahre immer häufiger auf den Einsatz der Informations-technologie zurück (s. z.B. [Brenner/Neo 1997], [Davenport 1997], [Potthof 1998]).Bis zur Mitte der neunziger Jahre fokussierten die Unternehmen auf die internen Prozesse. Das Internet mit der technisch einfachen und kostengünstigen Verbindung von beliebigen Netzteilnehmern eröffnete plötzlich die Möglichkeit, Echtzeitprozesse auch mit Geschäfts-partnern zu organisieren. Das entfachte zunächst eine gewaltige Kreativität und Phantasie über neue Unternehmens- und Wirtschaftsmodelle, die sich schliesslich in eine noch nie da gewesene Euphorie, den eBusiness-Hype, steigerte. Nachdem sich die überzogenen Erwartungen nicht erfüllen konnten, stellen sich heute viele Geschäftsverantwortliche Fragen wie die folgenden:· Ist es zu früh für Investitionen in Kooperationsprozesse (collaborative business)?· Welche der vielen eBusiness-Versuche haben sich als falsch erwiesen?· Welche Kooperationsprozesse haben das grösste Potential?· Was entscheidet über den Erfolg von Kooperationsprozessen?Das Kompetenzzentrum Business Networking des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der Universität St. Gallen ([Österle et al. 2001], [Österle et al. 2002]) versucht, wissenschaftlich fundierte Antworten auf diese Fragen zu geben. Unter anderem erhebt es dazu Praxisfälle der Geschäfts--vernetzung, von denen hier fünf präsentiert werden.

Keywords
  • Business Networking
Publication Date
January 1, 2003
Publisher
Institut für Wirtschaftsinformatik, Universität St. Gallen
Citation Information
Hubert Oesterle and Enrico Senger. Realtime Management - Fünf Fallstudien. St.Gallen(2003)
Available at: http://works.bepress.com/enrico_senger/14/